Presseauschnitte Hamburg

Hamburger Abendblatt - 16.07.2009

Zehn Choreografen aus Europa zeigten kurze Arbeiten:

Tänzerische Lust am Experiment

von Klaus Witzeling


Die John-Neumeier-Schülerin Johanne Timm, eigenwillige Tänzerin aus Berlin, amüsierte beim DanceKiosk im Hamburger Sprechwerk mit ihrer humorvoll-poetischen Performance “Poolovum” im Plastikplanschbecken.


Auch der Hamburger Philipp van der Heijden begeisterte mit Würfelspiel und Tanz-Improvisation zur tieferen Einsicht in offene choreografische Entwicklungsprozesse. Spielerisch und souverän hielten die deutschen Teilnehmer bei der Projekt-Präsentation “Dance Beyond Borders” das hohe tänzerische Niveau der europäischen Kollegen.


Zehn Nachwuchs-Choreografen zeigten ihre Kurzstücke am Wochenende zum Start des vierten “Studienfestivals” von Angela Guerreiro und diskutierten mit ihren Mentoren intern wie öffentlich die Arbeitserfahrungen. Choreografin Guerreiro verbindet die Short-Cut-Vorstellungen mit Vorträgen und Workshops zu Austausch und Weiterbildung junger Tanzkünstler - diesmal aus Europa und Afrika. Sie hat mit Anne-Careen Engel und Partnern aus England, Portugal, Belgien und Holland “Dance Beyond Borders” organisiert.


Beim transkulturellen, von der EU-Kommission geförderten Residenz-Projekt ging es aber auch um das Überschreiten von Genregrenzen. Die Choreografen experimentierten mit interaktiver Installation, mit Text-, Sound oder Video-Collagen. So wie Saffy Setohy aus London: Sie lud die Zuschauer für “Towards Stillness” auf die Bühne ein, sampelte live Film und Tanz.


Die Engländerin Rachel Birch-Lawson besann sich auf der Suche nach Identität im suggestiven Solo “Seven Skins” auf das animalische Erbe des Menschen. Das Gegenstück dazu - eine beklemmende Studie der Deformation - gelang Dieter Defure aus Belgien: Sein selbst gemixter Soundtrack versetzte auch die Körper der Zuschauer in Vibrationen.


Dance Beyond Borders ist aber nur eine Programmlinie im DanceKiosk. Guerreiro hat afrikanische Tänzer aus Kenia und Äthiopien eingeladen, um kulturelle Differenzen, Möglichkeiten verbesserter Kommunikation und Vernetzung zu debattieren. Auch dem “Tanz in Hamburg” bietet sie eine Plattform, um Produktionen in Arbeit vorzustellen. Am 27./28. Juli sind im Sprechwerk “Rom” von Yolanda Gutiérrez, “Balance” von Elizabeth Ladrón de Guevara und Ursina Tossis Solo “Zone” zu sehen.


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